Biographie

A

ufgewachsen bin ich, wie schon zu vermuten war, in einem kleinen Dorf im Rheinland (Frixheim in der Gemeinde Rommerskirchen bei Köln). Meine Eltern betrieben nebenbei eine kleine Schäferei. Nachdem ich mit der Hauptschule fertig war, wusste ich nicht, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Deshalb entschied ich mich weiter zur Schule zu gehen und kam so zu einem Abitur.

Die katholische Leibücherei

Von hier nahm das (Un)Glück seinen Lauf.

Meine schriftstellerische Laufbahn hatte bereits einige Jahre zuvor in der katholischen Leihbücherei begonnen. Die Bücherei gibt es heute noch, wie man hier sehen kann. Angefangen hat alles mit dem Abenteuerlichen Simplizissimus. Ein Freund hatte mir davon so begeistert erzählt, so dass ich mich bemüßigt fühlte den Schinken auch zu lesen. Man will schließlich mitreden. Später habe ich erfahren, dass er eigentlich nur die Fernsehserie gesehen hatte.

Aber da war es schon zu spät. In der Bücherei kam nämlich vor G wie Grimmelhausen nämlich F wie Frisch und so habe ich danach das Gesamtwerk von Max Frisch gelesen. Verstanden habe ich wenig. Aber danach war Kafka dran (Stand auf der anderen Seite, aber die Bücher waren schwarz). Danach ging es weiter mit Shakespeare, Böll, Marquez, Hemingway, Irving und später mit Roddy Doyle, Hans-Henny Jahn, Amos Oz. Aber immer wieder auch populäre wissenschaftliche Literatur wie Surely Youre Joking, Mr. Feynman oder Tor Norretranders “Spüre die Welt”.

Schießlich habe ich dann nicht Physik, sondern in Köln Philosophie, Germanistik und Biologie studiert und wollte Schriftsteller werden. Nebenbei habe ich nachts bei Bauer Druck (Bravo, Praline, Neue Revue) in Köln gearbeitet. Danach war ich im Buchhandel, anschließend auf dem Bau und bei archäologischen Ausgrabungen; habe eine Computerfirma (mit)gegründet und wieder verloren; war drei Jahre in Budapest und habe es doch noch geschafft meinen ersten Roman zu schreiben.

Den Freund habe ich übrigens während der Recherchen zu “Gott ist kein Zigarettenautomat” auf dem Friedhof gesehen. Auf seinem Grabstein hat man ein emailliertes Bild von ihm anbringen lassen. In Schützenuniform. Er war nicht einmal vierzig Jahre alt, als er sich umbrachte. Ich habe ihn als klugen und lebenslustigen Angeber in Erinnerung, und das soll er auch bleiben.

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