Der Philosoph

Erwähnte ich an dieser Stelle bereits, dass ich Philosophie studiert habe? Das ist keineswegs ein brotloses Studium, wie Elsa Laska behauptet. Man lernt dort Fertigkeiten, die man in allen Lebenslagen gut gebrauchen kann:

  1. Sich kompliziert auszudrücken, wenn man nichts zu sagen hat.
  2. Zu erkennen, dass die Meisten, die sich kompliziert ausdrücken, nichts zu sagen haben.
  3. Den Inhalt einer einfachen Sache zu begreifen, die sehr kompliziert ausgedrückt wird.
  4. Zu verstehen, dass die meisten Dinge auf dieser Welt einfache Sachen sind, die nur zu kompliziert ausgedrückt werden.
  5. Diese Erkenntnis für sich zu behalten.

Kurz und gut: Ich wurde Manager.

12 Antworten auf Der Philosoph

  1. 7an sagt:

    ist ja in mancherlei hinsicht auch eine brotlose kunst.

  2. Syl (Gast) sagt:

    Ingenieur & Manager (geklaut aus der SZ),
    Eine Frau in einem Heißluftballon hat die Orientierung verloren. Sie geht tiefer und sichtet einen Mann am Boden. Sie sinkt noch weiter ab und ruft:

    „Entschuldigung, können Sie mir helfen? Ich habe einem Freund versprochen, ihn vor einer Stunde zu treffen; und ich weiß nicht wo ich bin.“

    Der Mann am Boden antwortet:
    „Sie sind in einem Heißluftballon in ungefähr 10 m Höhe über Grund. Sie befinden sich auf dem 49. Grad, 28 Minuten und 11 Sekunden nördlicher Breite und 8 Grad, 28 Minuten und 58 Sekunden östlicher Länge“

    „Sie müssen Ingenieur sein“ sagt die Ballonfahrerin.

    „Bin ich,“ antwortet der Mann, „woher wissen Sie das?“

    „Nun“ sagt die Ballonfahrerin, „alles was sie mir sagten ist technisch korrekt, aber ich habe keine Ahnung, was ich mit Ihren Informationen anfangen soll, und Fakt ist, dass ich immer noch nicht weiß, wo ich bin. Offen gesagt, waren Sie keine große Hilfe. Sie haben höchstens meine Reise noch weiter verzögert,“

    Der Mann antwortet:

    „Sie müssen im Management tätig sein.“

    „Ja,“ antwortet die Ballonfahrerin, „aber woher wissen denn Sie das?“

    „Nun,“ sagt der Mann, „Sie wissen weder wo Sie sind, noch wohin Sie fahren. Sie sind aufgrund einer großen Menge Luft in Ihre jetzige Position gekommen. Sie haben ein Versprechen gemacht, von dem Sie keine Ahnung haben, wie Sie es einhalten können und erwarten von den Leuten unter Ihnen, dass sie Ihre Probleme lösen. Tatsache ist, dass Sie nun in der gleichen Lage sind, wie vor unserem Treffen, aber merkwürdigerweise bin ich jetzt irgendwie schuld.“

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/special/429/75354/1/

  3. immerhin eine kunst

  4. unternehmensberater,
    ein schäfer im australischen busch hütet geruhsam seine schafe, als eines tages eine gewaltige staubwolke am horizont die ankunft eines gößeren fahrzeugs ankündigt.
    aus steigt ein mensch in schniekem anzug und spricht den schäfer an:
    “wenn ich Ihnen sage, wie viele schafe sie da haben, darf ich dann eins mitnehmen?”
    der schäfer schaut den fremden einen augenblick nachdenklich an. dann nickt er. “machen Sie mal.”
    der mensch im anzug geht zu seinem wagen, fährt eine antennenschüssel aus, nimmt kontak zu einem geostationären satelliten auf, lädt daten herunter, rechnet stunden herum, bis schließlich sein drucker eine menge zahlen auf endlospapier ausspuckt. triumphierend läuft er zum schäfer, der alles aus respektvoller entfernung beobachtet hat und nennt ihm eine zahl.
    der schäfer nickt.
    „bekomme ich jetzt ein schaf?“
    der schäfer nickt. „suchen Sie sich eins aus.“
    der mensch im anzug nimmt sich eines der tiere und will gerade zu seinem wagen zurück, da hält ihn der schäfer zurück.
    „wenn ich Ihnen sage, was für einen beruf Sie haben, bekomme ich dann mein tier zurück?“
    der mensch im anzug nickt etwas verdattert.
    „sie sind unternehmensberater.“
    der mensch im anzug seufzt ergeben. „und wie haben Sie das herausgefunden?“, fragt er enttäuscht.
    „ganz einfach: Sie kommen hierher, obwohl Sie niemand gerufen hat, wirbeln eine menge staub auf und benötigen stunden und einen wagen vollgestopft mit technik, um mir zu sagen, was ich ohnehin schon weiß. und jetzt hätte ich gerne meinen hund wieder.“

  5. testsiegerin sagt:

    ich bin weder noch.
    und nicht einmal unglücklich ;-)
    am russisch-englisch-dolmetsch-studium aufgrund elektrischer fernthermometer gescheitert wurde ich zur sozialarbeiterin. und man erwartet von mir, dass ich nicht herumphilosphiere, sondern etwas ändere. ich möge doch bitte die menschen so machen, dass die gesellschaft sie erträgt.
    dabei hätte ich viel lieber, dass die gesellschaft menschen erträgt, die aus dem rahmen fallen. und sie dann auffangen.

  6. Managen ist manchmal eine geistlose Kunst. Aber ich bin in der IT, da ist Verstand unerläßlich. Obwohl es durchaus Beispiele gibt, die zeigen, dass man auch ohne ganz gut klar kommt.

  7. Techniker und Entscheider leben in verschiedenen Bedeutungswelten. Sie folgen anderen Regeln.

    Techniker müssen die Dinge so tun, dass sie am Ende funktionieren. Dabei kommt es auf jedes Detail an. Deshalb sind sie der Überzeugung, dass eine möglichst genaue Schilderung die bessere ist.

    Manager sind Entscheidungs und Vermarktungsmaschinen. Sie müssen die Dinge so vereinfachen, dass sie am Ende eine Entscheidung treffen können. Danach müssen sie das Ganze nach Innen verkaufen. Dass ist das wichtigste. Der interne Vermarktungswert ist außschlaggebend. Fakten werden nur herangezogen, wenn es nicht funktioniert. Also lautete der Wahlspruch: Bitte keine Details.

    Ich werde nie eine große Karriere machen, weil ich an Fakten glauben.

  8. Na ja, ich bin auch kein richtiger Manager in einem Großkonzern. Ich bin Berater, leite Projekte und führe derzeit ein kleineres Team. Das ist auch so eine Art Sozialarbeit. Man muß jedenfalls auch dauernd etwas ändern. Mein Studium habe ich übrigens auch aufgegeben.

    Aber weshalb du am Studium aufgrund von elektrischen Fernthermometern gescheitert bist. Habe ich nicht verstanden. Aber ich bin oft langsam.

    Gibt es in deinem Job nicht auch Menschen, die du selbst nicht erträgst? Oder von denen du das Gefühl hast, es wäre bessern, wenn sie sich änderten?

  9. testsiegerin sagt:

    natürlich gibts die menschen. ich liebe nicht alle meine klienten. aber ich weiß auch, dass menschen sich nicht wirklich ändern lassen, vor allem, wenn sie selbst nicht wollen. oft lässt sich mit viel mühe (wenn die klienten mitspielen) ein totalabsturz verhindern, und noch öfter nicht einmal das. und dass es allmachtsfantasien sind, wenn man glaubt, man könnte wirklich etwas tun.

    zu den elektrischen fernthermometern: ich sollte einen text ins russische übersetzen, den ich nicht mal auf deutsch verstanden haben. es ging um besagte elektrische fernthermometer, magnetische spulen und so weiter.
    und da kam mir der gedanke, dass das eigentlich das ist, womit ich mein leben verbringen möchte, nämlich mit dem übersetzen technischer texte.

    und gestern abend, nach einer wunderschönen lesung im wunderschönen rahmen, da dachte ich mir: boahh, das ist geil, endlich geld mit dem zu verdienen, was meine leidenschaft ist.

  10. Um Letztes sollst du an dieser Stelle herzlichst beeneidet sein. Rober Gernhard hat einmal gesagt: Der Mensch ist unbegrenzt belobbar. Das gilt auch für Neid. Der Mensch ist unbegrenz beneidbar.

    Aber Texten für Übersetzungsklausuren sind schon der Hammer. Eine ungarische Freundin bat mich einmal ihr bei einer Klausurvorbereitung zu helfen. Ich sollte ihr erklären, was in dem deutschen Text stand. Aber ich habe ihn schlicht nicht verstanden. Es ging um Literaturtheorie. Er war so geschraubt formuliert, dass ich am Ende zum Ergebnis kam, dass er gar keine Inhalt besaß. Aber das hat ihr natürlich auch nicht weiter geholfen. In der Klausur kam dann zum Glück ein Text über Flugbegleiterinnen. Wer denkt sich eigentlich diese Dinger aus? Sadisten? Psychopathen? Oder vielleicht die gleichen Typen, die auch das Zentralabitur aushecken. Das scheint so eine Art von Amoklauf von frustrierten Lehrern zu sein. Statt Schrotflinte gibts Klausuraufgaben.

  11. JeaHove sagt:

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