Genussterrorist

Es gibt Dinge, über die spricht man nicht gerne: Gerade habe ich ein Glas Rotwein eingegossen. Die Flasche stand im Kühlschrank. Denn ich schaffe es selten, mehr als ein Glas am Abend zu trinken. Wenn ich ihn nicht kühle, schmeckt er abgestanden. Schon das ist vermutlich eine mittelschwere, önologische Totsünde. Aber jetzt kommt das unaussprechliche. Es dauert einfach zu lange, bis der Wein eine halbwegs brauchbare Trinktemperatur hat. Soviel Zeit habe ich abends nicht, weil noch die Steuererklärungen und andere Schönheiten auf mich warten. Deshalb stelle ich ihn in die Mikrowelle. Um das nochmal zu wiederholen: Mikrowelle! Das ist dieses Dings mit den Strahlen!

Das fühlt sich gut an, verwegen irgendwie. Und beschließe gleich weiter zu machen. Kampf dem Genussterror! Nieder mit Jamie Oliver, Tim Mälzer und Horst Lichter (obwohl der aus meinem Dorf stammt). Ich kaufe mir jetzt eine Tiefkühltruhe und rufe einen Bofrost-Vertreter an. (Dem armen Mann haben wir gestern noch die Tür gewiesen.) Dann ernähren wir uns von paniertem KZ-Putenfilet, gefüllt mit Käsersatz unbekannter Herkunft, der nach Sägemehl schmeckt und gekochtem Hinter-Schinken (nur 2% Nitritpökelsalz). Anarchie im 21. Jahrhundert. (Gerade habe ich meinen kleinen Johnson ins Kinderzimmer gebracht, damit mein Sohn ihm den Gar ausmacht.) Ich muss endlich etwas aús meinem Leben machen.

9 Antworten auf Genussterrorist

  1. weisst du was ich liebe…*schaut sich vorsichtig um*…

    kalte thunfischpizza vom abend davor zum frühstück…

    ganz ohne mikrowellendings…;-)

  2. schlagloch (Gast) sagt:

    Hallo! Zuerst kommt die,
    Zeit unter die Räder und dann die Nahrung und dann der Magen. Alles eine Frage der Zeit.
    Gruss schlagloch.

  3. schlagloch (Gast) sagt:

    Hallo BlogfreundeInnen!

    Der Name „schlagloch“ ist Fantasie und Wirklichkeit. Das Blog schlagloch.20six.de ist in einem Schlagloch verschwunden. Ein neues Schlagloch öffnet sich: http://www.schlagloch.at
    Über eine neue Verlinkung freut sich der „schlagloch blogger“.

    P.S. Alle Texte und Kommentare von schlagloch.20six.de werden in das neue Blog übertragen:
    http://www.schlagloch.at

    8.4.08 12:03 verlinken / kommentieren

  4. Jaaa, es gibt Menschen die halten sich an keine Regel. Kalte Pizza kann ich auch gut zum Frühstück essen. Ebenso wie Sardellen. Gestern (ich komme gerade aus Italien) habe ich einen sardischen Käse gegessen, der angeblich zwei Jahre in einer Höhle verbringt. Er schmeckt auch danach. Das ist eine sardische Erzählung, die als Käse wiedergeboren wurde.

  5. Syl (Gast) sagt:

    …und dadrunter nur noch kalte Pommes,
    Die kulinarischen Todsuenden, die hier aufgezaehlt werden, sind inspirierend. Ich weiss noch, wie ich mir ein Bier in einerm Milchtopf aufgewaermt habe (beinahe ist es ubergekocht) und dann war da dieser Morgen, wo ich sah, dass mein Bruder seine Bierflaschen im Eisfach vergessen hat (sie sind geplatzt – eine ziemliche Sauerei). Im naechsten Moment ertappte ich mich dabei wie ich… nein, ich kanns nicht gestehen… oder doch? Nun ja, also ich habe einige Stuecke von dem Biereis probiert… war garnicht so schlecht.

  6. Biereis,
    Biereis ist mir auch schon passiert. Aber mit Plastikflaschen. Wenn man es auftauen läßt, hat es genau die richtige Temperatur. Ich muss dabei immer an einen Roman von John Steinbeck denken. Sweet Thursday. In diesem Buch wird ständig gesoffen und meistens halb gefrorenes Bier.

  7. JeaHove sagt:

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