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iesen Text von Julia Engelmann kennt wohl inzwischen jeder. Ich habe ihn vor ein paar Tagen gehört und mich sofort gefragt was mich eigentlich daran stört. Zugegeben ich neige nicht dazu besonders enthusiastisch zu sein. Meine Mutter hat mal drei Stunden lang versucht mir ein “Ja” abzuringen. Erfolglos. Damals war ich vier. Normalerweise weiß ich sofort was mir nicht passt. Aber in diesem Fall habe ich ein paar Tage gebraucht.

juliaWas mich an dieser Rede der verpassten Gelegenheiten stört, ist das, was nicht gesagt wird. Der Text bedeutet zusammengefasst etwa folgendes: Chillt nicht nur auf dem Sofa, sondern geht raus und erlebt etwas. Wobei das, was erlebt werden soll Dinge sind wie „nachts lange wach bleiben“ und „Feste feiern“ und dergleichen unglaublich abenteuerliche Sachen mehr. Wahnsinn!

Der Text sagt nicht: Tut etwas! Seid ihr selbst! Engagiert euch! Brennt für etwas. Findet eure Bestimmung! Verändert die Welt! Malt Bilder! Schreibt Bücher! Erfindet die Welt neu. Nutzt den unglaublichen Reichtum und die Freiheit, die ihr habt. Erforscht das Weltall oder das Wohnzimmer oder was auch immer. Aber tut etwas, für das es sich zu leben lohnt.

Stattdessen sollen wir „Dopamin vergeuden“ das vielzitierte Glückshormon (eigentlich ein Neurotransmitter). Aber ich bin der Meinung dass es nicht reicht neben der Banklehre gelegentlich mal eine Party steigen zu lassen und auf irgendeinem Hausdach den Sonnenaufgang zu erleben. Das ist wichtig und schön. Aber sollten wir nicht versuchen, uns wirklich für etwas zu begeistern?

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